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Profit vor Flugsicherheit, oder die Asche(Geld), steht über Vulkanasche?
(25.04.2010) Nach Rücksprache mit Triebwerksherstellern, hebt die britische Luftfahrtbehörde CAA (Civil Aviation Authority/ britische Zivile Luftfahrtbehörde) auffallend schnell den Grenzwert für ein Flugverbot, auf zwei Mikrogramm pro Kubikmeter an. Ein Alleingang der nicht mit der ICAO (International Civil Aviation Organization/ Internationalen zivilen Luftfahrtbehörde) abgestimmt wurde.
Damit dass klar ist, die Empfehlung der Triebwerkhersteller beruht nicht etwa auf langfristige Forschungsarbeit, wo man Triebwerke unter Vulkanasche Einfluss getestet hat! Diese Empfehlung beruht darauf, dass während des Flugverbotes Zivile-Flugzeuge geflogen sind (mit Ausnahmereglungen) und es zu keinerlei Vorkommnisse gekommen ist. Ob es vielleicht zu den Vorkommnissen gekommen wäre, wenn das Flugverbot nicht existiert hätte und Linienmaschinen in den üblichen vorgeschriebenen Flughöhen geflogen wären, kann niemand beantworten. Hierzu sollte man dazu erwähnen, dass ein Kampfjet (F-16) mit Triebwerksproblemen gelandet ist und man Glasrückstände im Triebwerk gefunden hat, nachdem er durch die Vulkanasche geflogen ist.
Hier ist das eigentliche Problem! Es ist seit Jahrzehnten bekannt, nach über 80 Vorkommnissen, dass Vulkanasche(im Flugbetrieb) zu Problemen führt und man sich darauf geeinigt hat (in den betroffenen Gebieten), den Flugbetrieb einzustellen. Diese Maßnahme, für die betroffenen Fluggesellschaften war sicherlich nicht angenehm, wurde aber von den Fluggesellschaften akzeptiert. Hier galt der Vorsatz, dass die Sicherheit der Passagiere Vorrang hat.
So hatten bis heute, diese Flugverbote, keine wirklichen wirtschaftlichen Konsequenzen für die Fluggesellschaften. Meistens lagen diese Flugverbotszonen in Gebieten, wo kein intensiver Flugverkehr vorlag, oder die Einschränkung nur kurzfristig war.
Vulkan ist nun mal nicht gleich Vulkan! Im Regelfall kommt es beim Vulkanismus (Vulkanausbrüchen), entweder zu explosiven Ausbrüchen, oder zu den etwas ruhigeren Ausbrüchen, bei denen Magmaströme an die Erdoberfläche treten(die sich meistens über einen längeren Zeitraum erstrecken). In beiden Fällen wird zwar Asche in die Atmosphäre freigesetzt, aber entweder explosivartig und damit kurzfristig, oder in relativ geringen Mengen, also auf meistens (im Flugverkehr flächenmäßig) geringe beschränkt Gebiete.
So bestand kein Forschungsbedarf, ab wann und welcher Menge, eine Gefahr für den Flugbetrieb bestand. Man umflog einfach die Gebiete, um jeglicher Gefahr aus dem Wege zu gehen.
Doch stehen wir in Europa vor einen Problem, mit dem wir bis jetzt noch nicht konfrontiert wurden. Wir haben in Island einen Vulkan, der zwar eigentlich ziemlich gesittet sein Magma ausstößt, sich aber in einen Gletscher befindet. In diesem fatalen Zusammenspiel von Wasser und Magma, wird langanhalten, Vulkanasche in die Atmosphäre freigesetzt.
Nicht nur das niemand genau wusste, in welchen Höhen sich die Vulkanasche bewegt oder verteilt, alles beruht auf Computersimulationen der CAA (eigentlich so sicher oder unsicher, wie eine Wettervorsage).Es lagen keine Forschungsergebnisse vor, ab welcher Aschekonzentration eine Gefahr für Flugzeuge besteht, oder in welchen Höhen und Konzentration, sich diese Asche überhaupt befindet.
Vielleicht waren die Flugverbote teilweise unnötig und übertrieben, wer will das beurteilen? Man kann den Ländern in denen das Flugverbot verhängt wurde keinen Vorwurf machen, sie haben geltende Regeln im Flugverkehr umgesetzt. Die Vorwürfe der Fluggesellschaften sind geradezu lächerlich. Auch Aussagen "Der Himmel über Deutschland war blau, aber keiner durfte fliegen", sind wohl eindeutig falsch! Dass sich Asche in der Luft befand, konnte man auf Satellitenbildern erkennen und haben auch die Messflüge bestätigt.
Im Rahmen das die Sicherheit der Flug-Passagiere Vorrang hat, muss man sich entscheiden, ob man in die Forschung und Überwachung Geld investiert. Die in Europa ermöglicht, genaue Messdaten über die Konzentration und Verteilung, solch einer Aschewolke zu ermitteln. Hier sind auch die Flugzeugbauer und Triebwerkshersteller gefragt. Die genau feststellen müssen, ab welcher Aschekonzentration wirklich eine Gefährdung besteht.
Oder man sagt sich, solche Ereignisse kommen nur alle zwanzig Jahre vor und sind eine Ausnahme. Dann muss man aber an die geltenden Regeln festhalten und ein Flugverbot aussprechen.
Es kann aber wohl nicht sein, das man einfach die Grenzwerte ohne wissenschaftlichen Hintergrund erhöht, um einen Flugverbot aus dem Wege zu gehen. Hier werden ganz klar die wirtschaftlichen Aspekte höher bewertet, als die Sicherheitsaspekte!
